Lieber Ah! statt Äh? – Welche Mitwirkungspflichten soll ich als Auftraggeber beim Buchen eines Dolmetschers berücksichtigen?

Ich habe vor kurzem am Frankfurter Flughafen gedolmetscht. Das Meeting fand in einem Hotel in der Nähe des Flughafens statt. Von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr musste ich an diesem Tag konsekutiv dolmetschen – es ging um eine geschäftliche Verhandlung. Eine der Parteien war für das Treffen aus Sankt Petersburg angereist, die zweite war ein in der Umgebung Frankfurts ansässiges deutsches Unternehmen.

Dolmetschertechnisch verlief alles sehr gut, weil ich entsprechend vorbereitet war. Der Kunde hatte mir für die Vorbereitung rechtzeitig Unterlagen zur Verfügung gestellt, Namen und Funktionsbezeichnungen der Verhandlungsteilnehmer waren mir rechtzeitig mitgeteilt worden und ich hatte darüber hinaus ausgiebig im Internet recherchiert. Das Ergebnis waren zwei mit dem Verlauf der Verhandlung zufriedene Parteien.

 

Möchte man das nicht immer, eine exzellente Dolmetscherleistung? Wie erreiche ich das als Auftraggeber?

Wenn Sie regelmäßig Dolmetscher, sei es für Konferenzen, Verhandlungen, Messeauftritte, Roadshows oder ähnliche Veranstaltungen, buchen, sollten Sie unbedingt berücksichtigen, dass Sie als Auftraggeber Mitwirkungspflichten haben! Damit der Dolmetscher eine optimale Leistung erbringen kann, muss er die Gelegenheit haben, sich gründlich vorzubereiten. In der Regel verschafft sich der Dolmetscher einen ersten Eindruck von Ihrem Unternehmen über Ihre Website und macht sich dadurch auch so weit möglich mit Ihrer unternehmensspezifischen Terminologie vertraut. Das alleine reicht jedoch nicht aus. Sie als Auftraggeber müssen dem Dolmetscher alle für die Durchführung seines Auftrags relevanten Tatsachen, Informationen, Daten, Unterlagen, Glossare, Hintergrundtexte usw. frühestmöglich, in der Regel 14 Tage vor dem Einsatz, in allen Arbeitssprachen der Veranstaltung zur Verfügung stellen. Das liegt in Ihrem direkten Interesse: Ein Dolmetscher, der vorbereitet ist, macht einen souveränen Eindruck und arbeitet effizient. Dadurch gewinnen beide Parteien.

Was passiert aber nun, wenn Sie aus Termingründen einen Dolmetscher sehr kurzfristig buchen müssen? Und dazu auch noch die Tatsache kommt, dass der Dolmetscher zum Beispiel aus Frankfurt am Main nach Berlin, München oder Hamburg anreisen muss und keine Zeit mehr für eine gründliche Vorbereitung hat? In diesem Fall empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Dolmetscher zu buchen, der mit dem in einem Meeting oder einer Konferenz behandelten Fachgebiet bereits in Berührung gekommen ist, noch besser: sich darin gut auskennt. Sie müssen aber berücksichtigen, dass das eine gründliche Vorbereitung nicht ersetzt und der Dolmetscher für mögliche Schäden (Dolmetscherfehler) keine Haftung übernimmt. Der Dolmetscher arbeitet nach seinem besten Wissen und Gewissen, aber zaubern kann auch er nicht, sei er auch noch so erfahren.

Wenn Sie also sehr kurzfristig buchen, müssen Sie damit rechnen, dass der Dolmetscher oder das Dolmetscherteam nicht zu 100 Prozent leisten kann. Buchen Sie daher Dolmetscher so früh wie möglich, bedenken Sie Ihre Mitwirkungspflichten und achten Sie darauf, dass Sie möglichst die Dolmetscher beauftragen, die auf das infrage kommende Fachgebiet spezialisiert sind: Dann wird das Endergebnis eine einwandfreie Leistung sein, von der Sie und Ihre Kunden profitieren werden. Denn am Ende hören natürlich alle Beteiligten viel lieber ein anerkennendes Ah! statt eines ständigen Äh? während der Verhandlung!

 

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